Impuls: Familiensonntag | raab_coaching

Impuls: Familiensonntag

Als Kinder mussten wir am Sonntag immer abspülen helfen. Ich mochte das gar nicht. Um meiner Mutter ihre Lust auf meine Mithilfe etwas zu verleiden, hatte ich eine Strategie. Ich habe einfach das Geschirr immer in die falschen Schränke geräumt. Und das so lange bis sie wieder mal sagte: „Lass gut sein, ich mach es selber.“ Und meine Strategie war wieder aufgegangen. Vielleicht habe ich das damals gar nicht so bewusst gemacht, aber irgendwie haben wir uns gegenseitig erzogen. Ich sie ein Stück, weil ich ihr das Leben verkompliziert habe und sie dann wieder zum Selber machen tendiert hat, sie mich ein Stück, weil sie mir ja gelernt hat, dass Sachen verkomplizieren dazu führt, dass man Aufgaben nicht mehr machen muss.
So oder so ähnlich erlebe ich Situationen auch in Firmen. Da ist jemand lieber Teil des Problems als Teil der Lösung oder redet lieber so lange darüber, was alles ein Problem sein könnte, entdeckt vielleicht sogar immer wieder neue Aspekte die problematisch sind, bis der Chef seine neue Idee wieder wegpackt und sagt: „Na dann machen wir es halt so, wie wir es immer gemacht haben“.
Das Problem dabei: auch hier erziehen sich zwei gegenseitig. Der Mitarbeiter den Chef und der Chef den Mitarbeiter. Resultat: der Mitarbeiter lernt, wenn ich es nur kompliziert genug mache, bleibt es am Schluss beim Alten. Das Problem dabei ist nur, dass Sie als Chef in Ihrer eigenen Firma nicht verlieren können, denn wenn Sie bei Veränderungen verlieren, bedeutet das Stillstand für Ihre Firma, vielleicht sogar Rückschritt oder mindestens macht es keinen Spaß. Jeder in der Firma sollte viel lieber Teil der Lösung sein als Teil des Problems. So kommen Sie weiter. Also Achtung: wenn Sie das Gefühl haben, jetzt von Mitarbeitern umgeben zu sein, die eher Teil des Problems sein wollen, dann könnte das daran liegen, dass Sie sie so erzogen haben.