"Es kommt auf den Menschen drauf an" | raab_coaching

Fünf Jahre Unternehmensnetzwerk Mühlviertel: Große Feier mit 100 Gästen aus der Wirtschaft und dem Zukunftsforscher Erik Händeler

 

Hagenberg. „Wir haben doch keinen Mangel an Dingen!“, ruft Buchautor, Zukunftsforscher und Redner Erik Händeler leidenschaftlich ins gebannte Publikum, „alle Produktionsfaktoren sind weltweit austauschbar! Worauf es jetzt ankommt, sind die Menschen hinter dem Computer. Auf ihre Fähigkeit, Wissen auszutauschen und gut zu streiten. Die Welt ist komplex. Wir sind angewiesen auf das, was andere wissen, und darauf, wie wir miteinander umgehen.“

 

Erfahrungsaustausch und inspirierende Vorträge

Mit diesen energischen Worten sprach der aus Deutschland angereiste Händeler den beiden rührigen Gründern des Unternehmensnetzwerks Mühlviertel aus der Seele: Maximilian Wurm von der Count IT Group in Hagenberg und Coach Walter Raab, Raab Coaching, aus dem niederbayerischen Vilshofen haben sich 2012 den Wissens- und Erfahrungsaustausch unter Mühlviertler Unternehmern zum Anliegen gemacht.  Am Dienstag feierte ihr erfolgreiches Netzwerk im amsec IMPULS Veranstaltungszentrum in Hagenberg seinen fünften Geburtstag – mit inspirierenden Vorträgen und Interviews, einem reichhaltigem Buffet, stimmungsvoller Musik und einer farbenfrohen Charity-Aktion für das SOS-Kinderdorf Rechberg.

 

38 Workshops in fünf Jahren

Was macht das Unternehmensnetzwerk Mühlviertel aus? Offenheit und die Bereitschaft, sich einzubringen. Alle sechs Wochen kommen die Mitglieder für einen zweistündigen Workshop zusammen, um sich gegenseitig Impulse zu geben. 38 Workshops zu Themen wie Mitarbeiterführung und Innovationen wurden bisher abgehalten. 16 feste Teilnehmer sind es derzeit, 45 weitere interessieren sich für die Workshops. Vom Baumeister bis zur Fleischmanufaktur ist alles dabei.

 

Ihren engen Zusammenhalt feierten die Netzwerker bestens gelaunt mit rund 100 hochrangigen Gästen aus der regionalen Wirtschaft und der Politik, darunter Landtagsabgeordnete KommRätin Gabriele Lackner-Strauss in Vertretung von Landeshauptmann Thomas Stelzer, Mag. Alois Hochedlinger, Bezirkshauptmann von Freitstadt, sowie Nationalrat und Bürgermeister Nikolaus Prinz (St. Nikola) und die Bürgermeister Anton Froschauer (Perg), Wilhelm Wurm (Unterweitersdorf).

 

Durch das Vortragsprogramm führte charmant Moderatorin Elisabeth Keplinger-Radler von Mühlviertel TV. Sie wollte natürlich wissen, wie Wurm und Raab damals auf die Idee gekommen waren, ein Netzwerk zu gründen. „Das Mühlviertel hat sich wirtschaftlich so toll entwickelt, da wollten wir die Verantwortlichen zum Austausch einladen“, erklärte Maximilian Wurm. „Ich bin dankbar, dass ich heute in den Reihen der Gäste so weit nach hinten schauen kann“, freute sich Walter Raab, „wir leben davon, voneinander zu lernen, und ich bin oft überrascht von der großen Offenheit in unseren Diskussionen.“

 

„Das Hirn kommt auf andere Sachen“

Das bestätigten im Interview vier Netzwerkmitglieder der ersten Stunde: „Es gibt nichts Vergleichbares, wo sich Unternehmer so offen und so tief austauschen“, schwärmte Egon Döberl von Mixit Dämmstoffe aus Neumarkt. „Das Hirn kommt auf andere Sachen“, erklärte Baumeister Ing. Philipp Kern aus Unterweißenbach. Er genieße es, alle paar Wochen mal sein Handy abzuschalten und sich auf die Ideen anderer einzulassen, erklärte Anton Riepl von der Fleischmanufaktur in Urfahr. „Es geht uns darum, unsere Unternehmen leistungsfähig zu machen“, erklärte Dipl. Ing. Gerhard Lengauer von der Schinko GmbH in Neumarkt.

 

„Professionell aufgezogen“
Zum fünften Geburtstag gratulierten herzlich die Wirtschaftskammerobleute Wolfgang Wimmer (Perg), Dr. Dietmar Wolfsegger (Freistadt) und Dr. Franz Tauscher (Urfahr). „Die Luft ist Euch nicht ausgegangen“, freute sich Dietmar Wolfsegger. „Man muss nicht jeden Fehler selber machen“, sprach sich Wolfgang Wimmer fürs Netzwerken aus. „Die Teilnehmer haben einen Nutzen davon, das Netzwerk ist professionell aufgezogen, und es wird Wert gelegt auf die menschlichen Verbindungen“, lobte Dr. Franz Tauscher. „Lernen von den Besten“, nannte es Gabi Lackner-Strauss, die Landeshauptmann Thomas Stelzer vertrat. Für das Motto „selbstbestimmt statt fremdbestimmt“ brach Hans Harrer, Vorstand im Senat der Wirtschaft Österreich, eine Lanze.

 

Wie sich Kinder das Mühlviertel vorstellen

Und wie würde es in 50 Jahren im Mühlviertel aussehen, wenn Kinder bestimmen dürften? Das haben die Mädchen und Buben von vier Mühlviertler Schulen, einem Hort und einem Kindergarten mit Farbe, Pinsel und Leinwand zum Ausdruck gebracht. Ihre bunten Visionen – mal idyllisch, mal verrückt –  standen beim Jubiläumsabend zum Verkauf, und sie selbst standen stolz auf der Bühne. Der Erlös der Charity-Aktion kommt dem SOS-Kinderdorf Rechberg zu Gute. Wie Kollegen, Freunde und Familienmitglieder modern „Danke“ sagen können, erklärte Heinrich Enengl, der seine „Thx for“-App vorstellte.

 

Beim anschließenden Get Together diskutierte Hauptredner Erik Händeler an seinem Bücherstand mit den Gästen angeregt über die Zukunft weiter. „Es wird besser, weil es in der Geschichte immer besser geworden ist“, so sein motivierendes Fazit.

 

Bücher von Erik Händeler:
„Die Geschichte der Zukunft – Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen” (2003, 9. Auflage 2012)
„Kondratieffs Gedankenwelt – Die Chancen im Wandel der Wissensgesellschaft” 2005, 5. Auflage 2011)
Hörbuch “Der Wohlstand kommt in langen Wellen” (2006)
„Himmel 4.0“ (2017)
Das Unternehmensnetzwerk Mühlviertel hat seinen Sitz bei der
COUNT IT GmbH & Co KG
Softwarepark 49
4232 Hagenberg
Tel.: +43 7236-20 077-0
Fax.: +43 7236-20 077-6717
E-Mail: office@countit.at
Website: http://www.unternehmensnetzwerk-muehlviertel.at/

 

Text und Fotos:
Simone Kuhnt, Freie Journalistin, Mobil: 0162/4402601,Löwengrube 14, 94032 Passau